Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln von 1877 bis 1946

Die Anfänge des Brandschutzes in Fischeln

Der größte Brand, den Fischeln je erlebt hatte, ereignete sich im Jahr 1728.

Der Chronist schreibt: „[…] dann unter 12 bis 13 Gehüchten (Gehöften) auch die Schule und Küsterei bis auf den Grund jämmerlich in Asche gelegt“.

Bei solchen Gelegenheiten war die Hilfe der Nachbarschaft die wichtigste und schnellste Unterstützung.

Der Küster war nach altem Brauch verpflichtet, „[…] bei entstehendem Brande die Sturmglocke zu schlagen“. Hierfür erhielt er von jeder Haushaltung eine Brotspende.

Ab 1838 wurde das Brand- und Sturmläuten von der Gemeinde an die Kirche bezahlt. Außerdem musste in jedem Haus ein Brandeimer aus Leder oder Segeltuch vorhanden sein. Die Gemeinde beschaffte zusätzlich Brandeimer, Brandhaken, eine Brandleiter und eine Spritze.

Um diese Geräte unterzubringen, wurde bereits 1822 im Süden des Dorfes am Marienplatz ein Spritzenhaus errichtet. 1840 erhielt die Gemeinde eine zweite und 1852 eine dritte Spritze, jeweils als Handpumpspritze.

Für jede dieser Spritzen wurden von der Gemeinde zwei Brandmeister bestimmt. Sie hatten im Brandfall die Spritzen zur Brandstelle zu bringen und deren Einsatz zu leiten. Die Brandmeister wurden von der Gemeinde Fischeln besoldet.

Diese Entwicklung fiel in die Zeit der ersten eigenen Verwaltung der Gemeinde Fischeln. Bis 1847 wurde Fischeln von Osterath verwaltet. Der erste Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Fischeln war Josef Bommers. Er bekleidete dieses Amt vom 20. Mai 1847 bis zum 24. Januar 1856. Im Jahr 1847 hatte Fischeln bereits 2.361 Einwohner.

In vielen Orten am Niederrhein bestanden zu dieser Zeit bereits Freiwillige Feuerwehren. Auch in Fischeln hatte man schon früh eine Feuerbereitschaft zusammengestellt.


Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Am 7. November 1877 entstand im Rahmen eines Gespräches des Bauern Friedrich Schmitz (Blum-Hof) mit einem Mitglied des „Landwirtschaftlichen Casinos“ der Gedanke, in Fischeln eine „Freiwillige Feuerwehr“ zu gründen. Dieser Vorschlag wurde allgemein begrüßt.

Am 28. November 1877 wurde daraufhin eine Versammlung der Fischelner Bürger einberufen. Zuvor war ein provisorisches Komitee gewählt worden, das die Gründung vorbereiten sollte. Bei der Versammlung erklärten sich 40 Bürger bereit, dem Verein als aktive Mitglieder beizutreten.
An diesem Abend wurden der Vorstand gewählt und die Satzungen festgelegt. Diese wurden anschließend der königlichen Regierung zur Genehmigung vorgelegt.

Zum ersten Chef der Wehr wurde der Landwirt Friedrich Schmitz gewählt. Sein Stellvertreter wurde der Bauunternehmer und Landwirt Adam Kraues. Beide Männer machten sich um die Gründung und den Aufbau der Feuerwehr besonders verdient.


Die ersten Jahre

Am 8. Mai 1880 wurden die sechs bisherigen Spritzenmänner ihres Amtes enthoben und die vorhandenen Geräte der Freiwilligen Feuerwehr übergeben.

Ihren ersten Einsatz hatte die Wehr am 28. Mai 1880 beim Seidenweber Konrad Kahles am Linner Weg, dem heutigen Verlauf der Hafelsstraße.

Im Jahr 1880 erhielt die Feuerwehr außerdem ihre ersten Uniformen. Sie bestanden aus Drillichjacken mit Messingknöpfen. Leiter und Mannschaften trugen Tuchmützen, während die Steiger mit Helmen ausgestattet waren.

1886 bildete sich unter der Leitung von Heinrich Müller innerhalb der Wehr ein Musikkorps. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus ein Trommlerkorps unter der Leitung von Hermann Brosen. Im gleichen Jahr erhielt die Wehr von der Gemeinde neue schwarze Röcke aus Tuch.

1891 erhielt die Wehr eine neue Spritze. Außerdem wurde in Königshof ein Geräteraum eingerichtet, um im Ernstfall die benötigten Geräte schneller zur Hand zu haben.

1898 wurde die Wehr mit blauen Uniformen neu eingekleidet.

Im Januar 1899 wählte die Wehr den neuen Bürgermeister Wilhelm Stefen zu ihrem Ehrenchef.


Das neue Spritzenhaus und der Steigerturm

Im Jahr 1900 wurde ein neues Spritzenhaus errichtet. Am 29. September 1901 wurde der Wehr der Steigerturm auf dem Marienplatz feierlich übergeben. Der Turm stand an der Stelle des später errichteten Bunkers, der erst während des Zweiten Weltkriegs gebaut wurde.

Der Chronist berichtet weiter:
Eigentlich hätte die Wehr bereits 1902 ihr 25-jähriges Bestehen feiern müssen. In Anbetracht des mit großen Vorbereitungen verbundenen Jubelfestes des „MGV Cäcilia“ verschob die Feuerwehr ihr 25-jähriges Bestehen jedoch auf den 28. und 29. Juni 1903.

Der Chronist schreibt dazu: „[…] es war auch ein Fest mit begeisterter Teilnahme der Bürgerschaft.“


Die Feuerwehr im frühen 20. Jahrhundert

1905 erhielt die Wehr einen neuen Gerätewagen.

Da in Stahldorf immer mehr Häuser gebaut wurden, forderte der Ortsteil im Jahr 1908 ein eigenes Gerätehaus. Im gleichen Jahr erhielt die Fischelner Feuerwehr eine neue, große Saug- und Druckspritze.

Der 1908 gegründete Kreis-Feuer-Verband Krefeld-Land veranstaltete 1913 seinen 5. Feuerwehrtag und 1927 sein 11. Verbandsfest in Fischeln.

Über das Feuerwehrfest berichtet der Chronist: „[…] Ich erinnere mich noch an dieses große Feuerwehrfest. Es fanden Veranstaltungen auf dem Marienplatz statt. Qualm kam aus dem Obergeschoss der neuen Marienschule. Durch einen zehn Meter langen Leinensack, der in Schräglage gehalten wurde, wurden Menschen aus einem Fenster des ersten Stocks ins Freie gebracht. Dann, am Sonntagnachmittag, folgte der große Festzug durch Fischeln. Die Menschen drängten sich in Fischelns engen Straßen. In Fischelns vier großen Sälen wurde gefeiert und gelöscht.“

Beim Marsch durch Fischeln wurde die Feuerwehr auch dann und wann vom Blasorchester des 1911 gegründeten „Fischelner Orchestervereins“ begleitet.
„[…] in dieser Zeit waren alle Fischelner Vereine zur freundlichen Zusammenarbeit bereit. Einmal im Jahr war Feuerwehrball, dann ging es heiß her.“


Die Wehr in den 1920er-Jahren

Der Oberbrandmeister der Fischelner Wehr war in den Jahren 1925 bis 1927 Fritz Minkenberg. Er war bereits viele Jahre stellvertretender Oberbrandmeister gewesen. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er zum Oberbrandmeister ernannt.

Im Jahr 1927 werden 70 aktive Mitglieder verzeichnet. Darunter waren auch Männer aus Königshof und Stahldorf.

An schönen Sonntagen im Sommer zogen die Feuerwehrleute in Uniform, begleitet von den Klängen des Trommlerkorps, in Reih und Glied durch die Straßen Fischelns zum Spritzenhaus und zum Steigerturm auf dem Marienplatz. Dort wurden Übungen durchgeführt und der Ernstfall geprobt.

Der Steigerturm war ein Eisengerüst mit drei Etagen, an dem die Feuerwehrleute über Leitern kletterten. Nach den Übungen wurden dort die Schläuche zum Trocknen aufgehängt. Anschließend sah man die Feuerwehrleute häufig in Holzapfels Biergarten, wo die gesellige Runde fortgesetzt wurde.


Die Feuerwehr im Zweiten Weltkrieg

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden viele Männer der Wehr zum Militärdienst eingezogen. Es fanden sich jedoch Bürger, die als unabkömmlich eingestuft und damit vom Kriegsdienst zurückgestellt wurden. Diese sogenannten UK-Gestellten schlossen die entstandenen Lücken in der Wehr. Bei zahlreichen Einsätzen leistete die Feuerwehr während dieser Zeit wertvolle Hilfe. Menschen, Vieh und Hab und Gut konnten gerettet werden.

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – dieser Leitspruch stand sinnbildlich für die Arbeit der stolzen Fischelner Freiwilligen Feuerwehr.


Das Ende der eigenständigen Wehr

Beim Einzug der amerikanischen Truppen wurden die Uniformen der Feuerwehr eingezogen.

Der letzte Brandmeister der Wehr war bis 1946 der Schlossermeister Willi Heenen.

Auf einer Feuerwehrtagung im Jahr 1946 in Stratum setzten sich die Mitglieder der Fischelner Wehr nachdrücklich für den Weiterbestand ihrer Feuerwehr ein. Ihr Antrag wurde jedoch abgelehnt. Zur Begründung wurde angeführt, dass eine eigene Ortsfeuerwehr für Fischeln nicht mehr notwendig sei, da durch die Eingemeindung Fischelns nach Krefeld nun die Berufsfeuerwehr der Stadt Krefeld zur Verfügung stehe.

Damit endete zunächst die Geschichte der eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Fischeln.


Die Wiedergründung der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln im Jahr 1984

Die Wiedergründung

Nach langen Gesprächen und Vorbereitungen fanden sich am 15. August 1984 insgesamt 18 Fischelner Bürger in der Gaststätte Drießen-Schaar ein, um nach 39 Jahren Pause eine neue Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Noch im selben Jahr konnte die Wehr eine großzügige Spende entgegennehmen. Es handelte sich nicht um eine Geldspende, sondern um einen VW-Bus T2, der von dem CDU-Ratskandidaten Willi Schlösser gestiftet wurde.

Zum 25. August 1985 waren die Fischelner Feuerwehrleute vollständig ausgebildet. Unter ihrem Gruppenführer, Oberbrandmeister Josef Palmen, hatten sie ihre Ausbildung auf der Hauptwache an der Florastraße absolviert.

1987 konnte die Freiwillige Feuerwehr Fischeln schließlich nach zwei Jahre nach ihrer Wiedergründung ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 ihr Eigen nennen. Das Fahrzeug wurde vollständig aus Spenden finanziert und von der Freiwilligen Feuerwehr Kaarst zu einem günstigen Preis erworben.


Erste Einsätze und das neue Gerätehaus

Den ersten Großbrand hatte die Wehr 1988 zu bewältigen. Der städtische Müllbunker geriet in Brand. Zwei Wochen dauerte es, bis ein Großteil des Bunkers abgelöscht war. Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch mehrere Wochen hin.

Ebenfalls 1988 begannen die Bauarbeiten für ein neues Gerätehaus an der Kölner Straße 618–620. Die Fischelner Wehr erhielt ein Viertel des ehemaligen Straßenbahndepots. Das bis dahin vom Fischelner Karneval Korps (FKK) genutzte Gebäude wurde von nun an gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr genutzt. Dafür wurde ein Viertel des Gebäudes neu errichtet.

Am 23. November 1989 wurde das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln mit einem großen „Tag der offenen Tür“ feierlich eingeweiht.


Führungswechsel und Brand im FKK-Gebäude

Am 11. Oktober 1991 trat der amtierende Gruppenführer Josef Palmen aus Protest gegen den Führungsstil des Leiters der Berufsfeuerwehr Krefeld von seinem Amt zurück. Dieser drastische Schritt war einer von mehreren vorausgegangenen Konflikten.
In einem Pressegespräch gab der in Streik getretene Gruppenführer Josef Palmen bekannt, dass er auch weiterhin bei Einsätzen seinen „Blaurock“ anziehen werde. Die Fischelner Bürger müssten keine Angst haben, dass die Fischelner Wehr bei einem Einsatz führungslos sei. Alle anderen Tätigkeiten werde er jedoch zunächst niederlegen.

Noch im selben Jahr kam es zu einem Führungswechsel bei der Berufsfeuerwehr Krefeld. Daraufhin nahm Gruppenführer Josef Palmen seine Arbeit wieder auf.

Am 25. Mai 1994 brannte die Halle des Fischelner Karneval Korps bis auf die Grundmauern nieder. Nur durch Glück und den massiven Einsatz von zwei B-Rohren, vier C-Rohren sowie zwei Wenderohren konnten die Hallen der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln vor den Flammen geschützt werden.

Ende des Jahres 1994, zu Weihnachten, erhielten die Fischelner Feuerwehrleute einen neuen Mannschaftstransportwagen. Der neue VW-Bus T4 löste den bisherigen T2 ab.

Im ersten Quartal 1995 wurde auch das LF 16/12 durch ein LF 8/6 ersetzt.

Zum 1. November 1995 gab der Bauausschuss der Stadt Krefeld grünes Licht für den Wiederaufbau des Gerätehauses sowie für den Anbau einer weiteren Fahrzeughalle.


Neue Führung und Ausbau des Gerätehauses

Auf der Jahreshauptversammlung am 8. Februar 1998 übergab der amtierende Löschgruppenführer Josef Palmen das Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Burkhard Wissmanns. Palmen selbst blieb der Wehr als stellvertretender Löschgruppenführer erhalten.

Mitte 1999 wurden die Bauarbeiten am Gerätehaus abgeschlossen.

Im August 1999 feierte die jüngste Wehr Krefelds, die Fischelner Feuerwehr, ihr 15-jähriges Bestehen mit einem großen „Tag der offenen Tür“.


Jugendfeuerwehr und Förderverein

Im Oktober 2001 wurde nach einer dreivierteljährigen Vorbereitungszeit die Jugendfeuerwehr Krefeld Süd-Ost gegründet. Sie setzte sich aus den vier Jugendfeuerwehren Uerdingen, Oppum, Stratum und Fischeln zusammen.

Zwischen Ende März und Anfang April 2003 wurde der Hallenboden der kleineren Fahrzeughalle in Eigenleistung gefliest.

Am 4. April 2003 legten die stellvertretenden Gruppenführer Josef Nilges und Josef Palmen ihre Ämter aus beruflichen Gründen nieder. Zum neuen stellvertretenden Gruppenführer wurde Brandinspektor Thomas Müller ernannt.

Im April 2003 fanden erste Gespräche über die Gründung einer eigenen Jugendfeuerwehr Fischeln und damit über die Trennung von der Jugendfeuerwehr Süd-Ost statt. Ziel war es, dem großen Andrang von Bewerbern zu begegnen und dadurch kleinere Gruppen bilden zu können.

Ebenfalls im April 2003 wurden erste Gespräche über die Gründung eines Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln geführt.
Am 24. Juli 2003 fand unter der Aufsicht von Herrn Janßen vom Rechtsamt der Stadt Krefeld die Gründungsversammlung des Fördervereins statt.


Von der Löschgruppe zum Löschzug

2004 wurde auf Initiative von Unterbrandmeister Manfred Sonnen das Brandschutzerziehungsteam des Löschzugs Fischeln gegründet. Diese Gruppe von pädagogisch speziell geschulten Feuerwehrmännern leistet unter der Leitung von Manfred Sonnen jedes Jahr mehrere hundert Stunden ehrenamtlicher Präventionsarbeit in Kindergärten und Schulen.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens und der konstant hohen Mitglieder- und Einsatzzahlen wurde die Löschgruppe Fischeln am 15. August 2004 zum Löschzug Fischeln ernannt.


Neue Aufgaben und besondere Einsätze

Anfang 2006 wurden im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft bundesweit sogenannte MANV-Container beschafft und bei ausgewählten Feuerwehren stationiert.
MANV steht für „Massenanfall von Verletzten“ und bezeichnet eine Einsatzlage, bei der eine größere Anzahl von Menschen bei einem Schadensereignis verletzt wird. Für den in Krefeld stationierten MANV-Container ist der Löschzug Fischeln verantwortlich.

Am 22. Juni 2006 fuhr der Löschzug Fischeln seinen bis dato größten und gefährlichsten Brandeinsatz. Ein Industriebrand im Werk von ThyssenKrupp Nirosta hielt die Feuerwehr Krefeld mehr als zehn Stunden in Atem.
Aus den Reihen des Löschzugs Fischeln wurde niemand verletzt. Allerdings musste die komplette kontaminierte Schutzkleidung der eingesetzten Kräfte nach dem Einsatz entsorgt werden.

Am 18. Januar 2007 bescherte das Sturmtief „Kyrill“ dem Löschzug Fischeln den bisher längsten Sturmeinsatz seiner Geschichte. Mehr als drei Tage lang mussten Hunderte von Einsatzstellen im gesamten Stadtgebiet von Krefeld abgearbeitet werden, nachdem „Kyrill“ zahlreiche Häuser, Fahrzeuge und Straßen beschädigt oder zerstört hatte.

Auch den 30. Mai 2008 werden viele Feuerwehrmänner des Löschzugs Fischeln nicht vergessen. Massiver Hagelschlag mit Hagelkörnern in Tischtennisballgröße führte bereits um 6 Uhr morgens zu zahlreichen Alarmierungen. Zwar war die Zahl der Einsätze für den Löschzug Fischeln vergleichsweise gering, doch erlitten die Privatfahrzeuge vieler Löschzugmitglieder an diesem Morgen massive Hagelschäden.


Das 25-jährige Jubiläum

Das Jahr 2009 stand ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln nach ihrer Wiedergründung am 15. August 1984.

Anders als bei den bisherigen Jubiläen sollte der 25. Geburtstag nicht nur an einem einzigen Tag gefeiert werden. Daher wurde ein umfangreiches Programm erarbeitet, das mit einer Disco am Freitag begann, am Samstag einen festlichen Abend für geladene Gäste vorsah und am Sonntag mit einem großen „Tag der offenen Tür“ seinen Höhepunkt fand.

Es war ein gelungenes, rauschendes und dem Anlass entsprechendes Fest, das den positiven Eindruck der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln bei Bürgern, Politik und Verwaltung bestätigte und weiter festigte.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde die treibende Kraft der Wiedergründung und langjährige Löschgruppenführer, Hauptbrandmeister Josef Palmen, für 40 Jahre Feuerwehrtätigkeit ausgezeichnet und in den Ruhestand verabschiedet.


Neue Fahrzeuge

2010 war das Jahr der Neufahrzeuge.

Bereits Ende 2009 hatte der Löschzug Fischeln ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (VW T5) erhalten. Im Jahr 2010 folgten ein weiteres Mannschaftstransportfahrzeug sowie ein zusätzliches Löschgruppenfahrzeug.
Das neue Löschgruppenfahrzeug (LF) war mit modernstem technischem Gerät, einem 1.600-Liter-Wassertank sowie einem 200-Liter-Schaummitteltank ausgestattet. Damit verfügte der Löschzug Fischeln über einen modernen und schlagkräftigen Fuhrpark.


Zwischen Alltag und besonderen Einsätzen

Das Jahr 2011 verlief zunächst ohne außergewöhnliche Höhen und Tiefen. Der Löschzug Fischeln hatte mit fast 90 Einsätzen ein durchschnittliches Einsatzaufkommen. Die Art der Einsätze deckte das gesamte Spektrum der Feuerwehrarbeit ab, spektakuläre Ereignisse blieben jedoch weitgehend aus.

Hervorzuheben ist ein Dachstuhlbrand in unmittelbarer Nachbarschaft des Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln. Dabei entkamen einige Kameraden im Innenangriff nur knapp einem einstürzenden Dach.
Erschwert wurden die Löscharbeiten durch Bewohner, die sich wiederholt Zugang zu dem Gebäude verschaffen wollten und dadurch sich selbst und die Einsatzkräfte in große Gefahr brachten.

Ein weiterer ungewöhnlicher Einsatz wurde gemeinsam mit den Kameraden der Löschgruppe Oppum bewältigt. Während die Berufsfeuerwehr bei einem Großbrand in Hüls gebunden war, besetzten die Fischelner gemeinsam mit den Oppumern die Hauptwache der Berufsfeuerwehr. Von dort aus mussten sie zu einem umgestürzten Lkw mit einer eingeklemmten Person ausrücken.
Da beide Einheiten ansonsten nur selten mit Lkw-Unfällen zu tun hatten, stellte die Befreiung des Fahrers eine besondere Herausforderung dar. Diese wurde von den Einsatzkräften mit Bravour gemeistert.


Diskussion um einen neuen Standort

Bereits seit einiger Zeit wurde darüber diskutiert, ob die Freiwillige Feuerwehr Fischeln künftig am Standort Kölner Straße 618–620 bleiben könne.

Das Gerätehaus entsprach schon lange nicht mehr den gestiegenen Anforderungen, sodass über kurz oder lang ein Neubau erforderlich werden würde. Aus planungs- und baurechtlichen Gründen konnte an gleicher Stelle jedoch kein neues Gerätehaus errichtet werden.

Zunächst widersetzten sich die Fischelner Blauröcke den Bestrebungen aus der Politik, sie an einen anderen Standort zu verlegen. Nach intensiven Auseinandersetzungen, die 2011 begannen und sich über viele Monate hinzogen, stimmte die Wehr schließlich einem Umzug zu.
Ein Neubau wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht vor 2017 erwartet.


Neue Aufgaben und schwere Großbrände

Das Jahr 2012 begann mit einer Neuerung.

Bis dahin war der Löschzug Fischeln gemeinsam mit der Löschgruppe Oppum für die Besetzung der Hauptwache der Berufsfeuerwehr zuständig, wenn die Berufsfeuerwehr aufgrund anderer Einsätze anderweitig gebunden war.
Um die Einsatzzahlen und damit auch die Einsatzerfahrungen gleichmäßiger zu verteilen, übernahm seit diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Traar gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Oppum diese Aufgabe.

Unverändert blieb hingegen das Aufkommen der sonst üblichen Einsätze und deren breite Mischung. Auch 2012 hatte die Freiwillige Feuerwehr Fischeln bei Klein- und Mittelbränden, Unfällen sowie sonstigen technischen Hilfeleistungen viel zu tun.

Hervorzuheben ist die Überflutung des Fischelner Stadtbades im Juli. Ein Rohrbruch im Keller des Bades führte zur Überflutung der Kellerräume. Nur durch das schnelle und effektive Eingreifen der Fischelner Blauröcke konnte verhindert werden, dass sich das Wasser des gesamten Schwimmerbeckens in die Technikbereiche im Keller ergoss.

Leider kam es auch zu einer Reihe von Fehlalarmen. Böswillige Alarme waren hingegen kaum zu verzeichnen.

Die negativen Höhepunkte des Einsatzjahres waren die beiden Großbrände im Juli bei der Firma Roeren und im September bei der Firma Compo.
Neben sämtlichen anderen Krefelder Feuerwehren sowie Kräften aus der näheren und weiteren Umgebung kam auch der Löschzug Fischeln bei beiden Einsätzen zum Einsatz.
Beide Einsätze zogen sich über mehrere Tage hin und brachten die Kapazitäten der ehrenamtlichen Helfer an ihre Grenzen und teilweise darüber hinaus. Dass die beiden größten Brandereignisse in Krefeld nach dem Zweiten Weltkrieg innerhalb eines einzigen Jahres stattfanden, war bemerkenswert.


Neue Sprecherfunktion

Im März 2012 wurde Brandinspektor Thomas Müller von den Einheitsführern der Krefelder Freiwilligen Feuerwehren zu deren Sprecher gegenüber dem Leiter der Berufsfeuerwehr gewählt.
Damit hatten die Fischelner Blauröcke seit diesem Jahr sowohl den Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld als auch mit Mike Nagtzaam den Stadtjugendfeuerwehrwart in ihren Reihen.


Generationswechsel und überörtliche Hilfe

Das Jahr 2013 läutete einen Generationswechsel in der Führung des Löschzugs Fischeln ein.
Mit 55 aktiven Mitgliedern hatte der Löschzug Fischeln seinen bis dahin höchsten Personalstand erreicht. Die Löschzugführung wollte sich daher mit einer weiteren Führungskraft verstärken und gleichzeitig verjüngen.
Die Kameraden wählten im Januar den 28-jährigen Unterbrandmeister Colin Paßmann zum zweiten Stellvertreter des Einheitsführers.

Das Einsatzaufkommen war 2013 mit 59 Einsätzen vergleichsweise gering.

Allerdings war ein Einsatz der besonderen Art zu verzeichnen. Im Juni kam es in mehreren Regionen Deutschlands nach tagelangen Regenfällen zu schweren Überschwemmungen.
Im Rahmen der überörtlichen Hilfe wurde die Bereitschaft 3 der Bezirksregierung Düsseldorf nach Magdeburg beordert. An dem dreitägigen Einsatz waren auch zehn Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln mit einem Löschfahrzeug beteiligt.
Bereits 2012, als die Bereitschaften der Bezirksregierung in Krefeld bei den verheerenden Großbränden eingesetzt worden waren, hatte sich gezeigt, wie sinnvoll dieses Konzept der überörtlichen Hilfe für die Gefahrenabwehr ist.


Großbrand und Kameradschaft

Am 6. März 2014 brannte in Gellep-Stratum eine Zimmerei vollständig aus. Gemeinsam mit weiteren Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr war der Löschzug Fischeln mehrere Stunden vor Ort im Einsatz.

Im Juli 2014 kam es erneut zu einem Großbrand bei der Firma Compo in Gellep-Stratum. Bereits auf der Anfahrt der ersten Einsatzkräfte war eine enorme Rauchentwicklung sichtbar, sodass der Einsatzleiter Vollalarm für die gesamte Feuerwehr Krefeld auslöste. Zwischenzeitlich waren rund 90 Einsatzkräfte vor Ort.
Nach knapp zwei Stunden war das Feuer bereits so weit unter Kontrolle, dass der Kräfteansatz reduziert und mit den Nachlöscharbeiten begonnen werden konnte.

Auch die Kameradschaft kam in diesem Jahr nicht zu kurz. Bereits seit vielen Jahren ist eine gemeinsame Tour der Kameraden zu einer kleinen Tradition geworden. Im Oktober 2014 führte die Fahrt wieder einige Mitglieder ins schöne Cochem an der Mosel. Neben einem Besuch bei der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr und Wanderungen durch die Weinberge stand auch das große Oktoberfest in Cochem auf dem Programm, das zu diesem Zeitpunkt stattfand.


Jubiläum, Interschutz und neue Rettungsschlaufen

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln und des 10-jährigen Bestehens der Abteilung Fischeln der Jugendfeuerwehr Krefeld wurde auf dem Marienplatz in Fischeln ein großes Fotoshooting organisiert.

Im Juni 2015 fand in Hannover die Fachmesse „Interschutz“ statt. Bereits einige Jahre zuvor war ein ehemaliges Mitglied des Löschzugs aus beruflichen Gründen in die Region gezogen. Dies bot eine gute Gelegenheit, im Rahmen einer kameradschaftlichen Tour sowohl den ehemaligen Kameraden und seine Familie als auch die Fachmesse zu besuchen.

Im Oktober 2015 erhielten die ersten Mitglieder der Einheit eine Einweisung in die neu beschafften „Rettungsschlaufen“. Diese speziellen Rettungsgurte sind in die Einsatzjacken der Feuerwehrleute integriert und können im äußersten Notfall dazu genutzt werden, sich durch Abseilen selbst aus einem Gebäude zu retten.
In den folgenden Wochen wurden alle Mitglieder der Feuerwehr Krefeld in dieses neue System eingewiesen.

Am 29. und 30. November 2015 nahm der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln erstmals am Weihnachtsmarkt auf dem Fischelner Marienplatz teil. Bei leckerem Gebäck, warmem Kakao und Glühwein informierten die Mitglieder des Fördervereins und der Feuerwehr Fischeln über ihre Arbeit und bereits getätigte Beschaffungen. Dabei konnten auch einige neue Fördermitglieder gewonnen werden.


Neue Herausforderungen und ein neues HLF

In der Nacht zum 1. Mai 2016 stand auf dem Frankenring der gesamte Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Flammen. 23 Personen konnten sich selbstständig oder mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem Gebäude retten. Für eine Person und einen Hund kam jedoch leider jede Hilfe zu spät.
Die ganze Nacht hindurch war der Löschzug Fischeln gemeinsam mit weiteren Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Der Einsatz zog sich bis in die Mittagsstunden hin.

Im Mai 2016 konnte der Löschzug Fischeln außerdem sein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) beim Fahrzeughersteller Rosenbauer in Luckenwalde, nahe Berlin, abholen.
Nach der Überführung musste das Fahrzeug zunächst noch foliert und mit der erforderlichen Ausrüstung ausgestattet werden. Außerdem wurden die Maschinisten des Löschzugs Fischeln umfassend in die neue Pumpentechnik eingewiesen.
Im August 2016 konnte das Fahrzeug schließlich seinen Einsatzdienst aufnehmen. Seitdem rückt es als „erstes Auto“ der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln zu Einsätzen aus.

Im Juni 2016 wurde der Löschzug Fischeln gleich zweimal innerhalb weniger Tage in den Kreis Wesel alarmiert. Dort war es über mehrere Tage hinweg zu ungewöhnlich starken Regenfällen gekommen. Diese Extremwetterlage führte zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels, sodass Wasser teilweise von unten in die Keller drückte. Sowohl Kläranlagen als auch Regenrückhaltebecken konnten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.
Die Fischelner Einsatzkräfte unterstützten die örtlichen Feuerwehren beim Leerpumpen von Kellern und Straßen. Außerdem galt es, einen Deich an der Issel in Hamminkeln mit Sandsäcken zu stabilisieren und zu sichern.


Neue Aufgaben und ein schwerer Brand

Im Jahr 2017 wurde durch die Feuerwehr Krefeld die sogenannte „SEG-Messen“ ins Leben gerufen. Diese Einheit verfügt über speziell ausgebildetes Personal, Fahrzeuge und Technik zur Messung und Erkennung von Schadstoffen.
Die SEG-Messen setzt sich aus Kameradinnen und Kameraden verschiedener Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld zusammen. Auch mehrere Mitglieder des Löschzugs Fischeln sind Teil dieses Teams. Darüber hinaus verfügt eines der beiden Mannschaftstransportfahrzeuge über einen speziellen Ausbau im Kofferraum, in dem spezielle Messtechnik und entsprechendes Zubehör zur Einsatzstelle transportiert werden können.

Am 26. Dezember 2017 kam es in der Freiherr-vom-Stein-Realschule zu einem Brand in der Turnhalle. Der Rauch breitete sich über das Untergeschoss in weiten Teilen des Gebäudes aus.
Da der Brand in der Nacht ausgebrochen war, befanden sich glücklicherweise keine Personen im Gebäude. Durch die Rauch- und Brandschäden waren die Turnhalle und Teile des Gebäudes bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar.


Sturmeinsätze und personelle Entwicklung

Am 3. Januar 2018 zog das Sturmtief „Burglind“ über Krefeld hinweg und sorgte zwischen 5 Uhr morgens und etwa 16 Uhr nachmittags für rund 40 Einsätze der Feuerwehr Krefeld. Glücklicherweise kam es zu keinen Personenschäden.

Nur wenige Wochen später, am 18. Januar, fegte das nächste Sturmtief über Deutschland hinweg: „Friederike“. Auch Krefeld blieb davon nicht verschont. Mit allen Fahrzeugen des Löschzugs Fischeln wurden im gesamten Stadtgebiet über mehrere Stunden hinweg unterschiedlichste Schadensstellen angefahren und abgearbeitet.

Auf der Jahreshauptversammlung im Februar 2018 konnten vier Beförderungen ausgesprochen werden. Außerdem erhielt der Kamerad René Lüngen das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft. Der ehemalige Löschgruppenführer Josef Palmen wurde für 40-jährige Mitgliedschaft mit der Ehrenauszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Im März 2018 bestand Kamerad Sven Schlegel am Institut der Feuerwehr in Münster erfolgreich den Lehrgang „Gruppenführer“ (F3).

Nachdem das Leuchtschild an der Mauer an der Einfahrt zum Feuerwehrgelände im Januar zuvor durch einen Sturm beschädigt worden war, erhielt die Feuerwehr am 6. März 2018 ein neues Schild. Dieses wurde von der Firma Nopper in Fichtenhain hergestellt und von einigen Mitgliedern fachgerecht installiert.

Im August 2018 führte der Löschzug Fischeln gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld Traar eine Übung im Sommerbad Neptun durch. Im Mittelpunkt standen die Abläufe bei der Wasserentnahme aus offenen Gewässern.
Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, die trockenen Wiesen des Freibads zu bewässern und das Wasser des Sees etwas umzuwälzen, um dadurch Sauerstoff einzubringen. Zum Abschluss des Abends wurde gemeinsam gegrillt.

Das Jahr 2018 war außerdem ein besonderes Jahr für den Einheitsführer Burkhard Wißmanns. Er konnte sein 20-jähriges Amtsjubiläum feiern. Das Amt hatte er 1998 von seinem Vorgänger Josef Palmen übernommen. Zu diesem Jubiläum gratulierten unter anderem der Leiter der Feuerwehr Krefeld, Dietmar Meißner, sowie Stadtdirektorin Beate Zielke.


Ausbildung und besondere Einsätze

Im Zeitraum zwischen November 2018 und Mai 2019 schlossen gleich fünf Kameraden des Löschzugs Fischeln erfolgreich den Lehrgang „Gruppenführer“ ab. Dabei handelte es sich um Florian Rövekamp, Markus Wefers, Simon Janßen, Benedikt Tillmann und David Klever.

Im Juli 2019 warnte der Deutsche Wetterdienst vor einer Hitzewelle in Krefeld mit Temperaturen von bis zu 40 °C. Der Löschzug Fischeln nutzte seine Social-Media-Kanäle und die eigene Website, um der Bevölkerung nützliche Hinweise zum Umgang mit den hohen Temperaturen zu geben und über den Schutz der Umwelt vor Vegetationsbränden zu informieren.

Im September 2019 fand erneut eine gemeinsame Übung mit der Einheit Korschenbroich-Liedberg statt. Angenommen wurde eine Rauchentwicklung in einem Schulgebäude an der Hafelsstraße, in dem mehrere Personen vermisst wurden.
Bei diesen gemeinsamen Übungen werden nicht nur wichtige Abläufe und der Umgang mit der technischen Ausrüstung trainiert, sondern auch die Kameradschaft mit den „Liedbergern“ gepflegt und gestärkt. Der Übungstag klang anschließend bei einem gemeinsamen Grillen am Gerätehaus Fischeln aus.

Am 29. Dezember 2019 kam es im Stadtgebiet von Uedem zu einem Großbrand in einem Industriebetrieb. Aufgrund der massiven Rauchentwicklung wurden Messeinheiten der Feuerwehren aus Duisburg, Krefeld, Viersen, Mönchengladbach und Neuss angefordert. Auch Mitglieder des Löschzugs Fischeln waren als Teil der „SEG-Messen“ vor Ort und fast sieben Stunden im Einsatz.


Neues Mannschaftstransportfahrzeug und der Brand im Krefelder Zoo

Der Neujahrstag 2020 begann mit einer Tragödie, die die Krefelder Bürger und Tierliebhaber weltweit erschütterte. Durch Feuerwerk kam es zu einem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand das Gebäude bereits in Vollbrand. Trotz aller Bemühungen und eines massiven Aufgebots an Einsatzkräften konnte fast keines der in dem Gebäude lebenden Tiere gerettet werden. Lediglich zwei Schimpansen überlebten das Inferno, allerdings mit Verbrennungen.
Mehr als 150 Einsatzkräfte waren fast sieben Stunden im Einsatz. Das Feuer löste weltweit Bestürzung aus und führte zu Protesten von Tierschützern.

Seit Januar 2020 verfügt der Löschzug Fischeln über ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Der VW-Bus T6 ersetzte einen der bisherigen VW T5.

Im August 2020 bestand Kamerad Marius Brückner im Rahmen seiner Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Duisburg am Institut der Feuerwehr in Münster erfolgreich den Lehrgang „Gruppenführer“ (B3).

Am 10. September 2020 fand der erste bundesweite „Warntag“ statt, an dem sich auch die Feuerwehr Krefeld beteiligte. An diesem Tag wurden die Sirenen stadt-, landes- und bundesweit überprüft. Gleichzeitig sollte die Bevölkerung für die Bedeutung der verschiedenen Warnsignale sensibilisiert werden.


Starkregen und ein schwieriges Pandemie-Jahr

Im März 2021 wurde dem Löschzug Fischeln eine neue Wärmebildkamera übergeben. Nach einer internen Schulung der Mannschaft wurde die Kamera auf dem HLF verlastet. Sie unterstützt die Einsatzkräfte künftig dabei, erhöhte Temperaturen, Glutnester und Personen schneller und besser aufzuspüren.

Im Juli 2021 kam es in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zu schweren Starkregenereignissen, die zahlreiche Feuerwehren an ihre Kapazitätsgrenzen und darüber hinaus brachten.
Als Teil des Landeskonzepts NRW entsandte die Feuerwehr Krefeld gemeinsam mit Einheiten aus Mönchengladbach und Viersen insgesamt 25 Fahrzeuge und rund 120 Einsatzkräfte nach Erkrath. Dort unterstützten und entlasteten sie die örtlichen Einsatzkräfte. Der Einsatz dauerte rund 18 Stunden.

Im September 2021 konnte nach einer langen, pandemiebedingten Zwangspause endlich wieder eine Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln stattfinden. Dementsprechend gab es zahlreiche Themen zu behandeln.
Vier Kameraden wurden vom Verband der Feuerwehren für zehn beziehungsweise 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Besonders hervorzuheben ist die Ehrung des ehemaligen Löschgruppenführers Josef Palmen, der für 50 Jahre Mitgliedschaft mit einer Ehrung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde. Aufgrund der langen Pause konnten insgesamt 16 Beförderungen ausgesprochen werden – vom Feuerwehrmann bis zum Stadtbrandinspektor und den dazwischenliegenden Dienstgraden.


Großbrand und Rückkehr der Öffentlichkeit

Am 19. Januar 2022 kam es in einem Gewerbebetrieb an der Hafelsstraße zu einem Großbrand. Aufgrund der massiven Rauchentwicklung wurden in teilen des Krefelder Stadtgebiets die Sirenen ausgelöst.
Insgesamt vier Personen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Rund 110 Einsatzkräfte waren fast neun Stunden im Einsatz. Unterstützt wurden die Krefelder Kräfte von Feuerwehren aus Viersen, Mönchengladbach und Duisburg. Besonders bemerkenswert war das geistesgegenwärtige Handeln von Handwerkern, die eine betroffene Familie mithilfe eines fahrbaren Gerüsts aus dem Obergeschoss des Gebäudes retten konnten.

Im Juni 2022 fand die Grundsteinlegung für das neue Gerätehaus an der Ecke Erkelenzer Straße/Kimplerstraße statt. Das Gebäude wird eine Kombination aus Feuerwehrgerätehaus und Rettungswache.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte im September 2022 endlich wieder das beliebte Straßenfest „Fischeln Open“ stattfinden. Selbstverständlich beteiligte sich der Löschzug Fischeln erneut mit einem „Tag der offenen Tür“.Auf dem Programm standen unter anderem Einsatzübungen der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr, eine Fahrzeugausstellung, eine Kuchentheke, ein Grillstand und eine Hüpfburg.

Einheitsführer Burkhard Wißmanns erklärte dazu:
„Der Löschzug Fischeln war nie verschwunden, es wurden leider nur jegliche Besuche für die Öffentlichkeit auf unserem Gelände verboten. Denn auch zu schlimmsten Pandemiephase im Jahr 2021, musste die Einsatzfähigkeit des Löschzugs sichergestellt werden […]“


Übungen, Einsätze und der Neubau

Im August 2023 wurde das Richtfest des neuen Gerätehauses gefeiert.

Zwischen September und November 2023 kam es auf der Baustelle jedoch zu einem ungewollten Stillstand. Grund hierfür war der bundesweite Handwerkermangel, unter dem sowohl private als auch kommunale Bauvorhaben litten. Bei Ausschreibungen fanden sich teilweise mehrfach keine Bewerber.

Am Wochenende vor den Sommerferien 2023 fand außerdem der Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Fischeln statt. Nach einer pandemiebedingten Pause konnten die besonderen 24 Stunden für die Jugendlichen endlich wieder durchgeführt werden. Dabei wurde eine komplette Dienstschicht, wie sie bei einer Berufsfeuerwehr stattfindet, simuliert. Für die Jugendlichen bedeutete dies einen abwechslungsreichen und praxisnahen Einblick in den Feuerwehralltag.

Am 7. Dezember 2023 brannte im Gewerbegebiet Höffgeshofweg eine etwa 30 × 50 Meter große Halle vollständig aus. In der Halle waren rund 1.200 E-Scooter gelagert. Die große Anzahl der Fahrzeuge förderte die Brandausbreitung erheblich, erschwerte die Löscharbeiten und machte den Einsatz für alle beteiligten Kräfte zusätzlich gefährlich. In der Spitze wurde der Brand mit mehreren Strahlrohren und Wenderohren sowie mit rund 8.000 Litern Wasser pro Minute bekämpft. Unterstützt wurde die Feuerwehr dabei von Feuerwehren aus benachbarten Städten und Kreisen sowie den Werkfeuerwehren des Chempark Uerdingen und von Henkel Düsseldorf.

Im Dezember 2023 unterstützte der Löschzug Fischeln außerdem mit der Feuerwehrbereitschaft 3 in Oberhausen. Nach langanhaltenden starken Regenfällen drohte dort ein Damm zu brechen und dadurch Teile der Stadt zu überfluten. Über mehrere Stunden hinweg wurden mehrere Tausend Sandsäcke gefüllt und eingesetzt, um den Deich zu stabilisieren und zu sichern.


Ausbildung, Jugendfeuerwehr und besondere Einsätze

Im April 2024 wurden vier Mitglieder der Feuerwehr Krefeld, darunter zwei Angehörige des Löschzugs Fischeln, nach Vila Pouca de Aguiar in Portugal entsandt. Ziel war es, ein Konzept für die Bekämpfung von Vegetationsbränden und die entsprechende Ausbildung zu erarbeiten und den Einsatz unter realen Bedingungen zu trainieren.

Am Pfingstwochenende 2024 fuhr die Jugendfeuerwehr Fischeln für drei Tage auf Gruppenfahrt an die Nordsee nach Esens-Bensersiel. Neben einem Strandbesuch und gemeinsamen spielerischen Aktivitäten standen auch ein Treffen mit der Jugendfeuerwehr Esens sowie ein Besuch des Feuerwehrmuseums in Jever auf dem Programm.

Am 30. März 2024 kam es in einem Hochhaus am Glockenspitz zu einer Verpuffung mit anschließendem Brand in einer Wohnung im siebten Obergeschoss. Das gesamte Gebäude mit rund 50 Personen musste geräumt werden. Die Brandbekämpfung wurde durch mehrere Trupps im Innenangriff sowie durch drei Drehleitern von außen durchgeführt. Rund 150 Einsatzkräfte waren knapp drei Stunden vor Ort im Einsatz.

Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld am 15. November 2024 wurden zwei Kameraden mit der „VdF-Ehrung für 10 Jahre Feuerwehrdienst“ ausgezeichnet.
Besonders hervorzuheben war die Ehrung von Burkhard Wißmanns für 35 Jahre Mitgliedschaft sowie die Beförderung des zweiten stellvertretenden Einheitsführers Markus Wefers zum Brandinspektor.
Außerdem wurde Kamerad Henning Weigel zum Stadtsicherheitsbeauftragten ernannt.

Am 18. Dezember 2024 fand erstmals eine gemeinsame Jahreshauptversammlung aller Abteilungen der Krefelder Jugendfeuerwehren statt. Veranstaltungsort war der Pfarrsaal der St.-Andreas-Gemeinde in Gellep-Stratum.

Neben wertschätzenden Ansprachen der Stadtjugendwarte und von Führungskräften der Berufsfeuerwehr gab es ein gemeinsames Buffet. Als besonderes Highlight erhielten die Jugendlichen ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk in Form eines leuchtend roten Badehandtuchs mit dem Logo „Jugendfeuerwehr Krefeld“.


Wechsel an der Spitze und zahlreiche Aktivitäten

Nach fast 27 Jahren an der Spitze des Löschzugs Fischeln gab Burkhard Wißmanns am 18. Januar 2025 das Amt des Einheitsführers an seinen Nachfolger Markus Stölb ab.
Zum neuen stellvertretenden Einheitsführer wurde David Klever ernannt. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Sven Schlegel.

Im Rahmen des Kameradschaftsabends der Bürger-Schützen-Gesellschaft 1451 Fischeln e. V. am 4. Mai 2025 wurde der ehemalige Einheitsführer Burkhard Wißmanns mit einer Urkunde und einem Orden der Gesellschaft für besondere Verdienste ausgezeichnet.

Am 17. Mai 2025 fand in Wegberg eine groß angelegte Übung des Löschzugs Fischeln gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr statt. Angenommen wurde ein Brandereignis auf einer Baustelle mit mehreren vermissten Personen.

Im September 2025 übernahm Christopher Wißmanns das Amt des Sicherheitsbeauftragten der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln von seinem Vorgänger Andre Bongartz.

Im Oktober 2025 trat der bisherige Atemschutzbeauftragte Patrick Thomas aus zeitlichen Gründen von seinem Posten zurück. Er übergab das Amt an Jan Liebetrau.

Ebenfalls im Oktober 2025 fand im Bereich der Niederkrüchtener Heide eine der bisher größten Übungen zur Vegetationsbrandbekämpfung in Deutschland statt. Neben Mitgliedern des Löschzugs Fischeln und der Feuerwehr Krefeld waren insgesamt rund 600 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei aus Nordrhein-Westfalen sowie der niederländischen Brandweer beteiligt.

Im November 2025 konnten gleich sieben Kameradinnen und Kameraden für ihre langjährige Mitgliedschaft zwischen zehn und 40 Jahren geehrt werden.
Darüber hinaus wurden zwei Ausbildern der Jugendfeuerwehr für ihre besonderen Verdienste in der Jugendarbeit die „Jugendfeuerwehr-Ehrennadel in Bronze“ verliehen.

Im Dezember 2025 bestand der Kamerad und Gerätewart René Lüngen am Institut der Feuerwehr in Münster erfolgreich den Lehrgang „Gruppenführer-Basis“.


Veränderungen und Blick nach vorn

Im März 2026 bestand der stellvertretende Einheitsführer David Klever am Institut der Feuerwehr in Düren erfolgreich den Lehrgang „Zugführer-Basis“.

Im April 2026 wurde das Brandschutzerziehungsteam der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln nach vielen Jahren erfolgreicher Aufklärungsarbeit in den Fischelner Schulen und Kindergärten bis auf Weiteres aufgelöst.
Zum einen konnten die Verantwortlichen die zeitlich stark gestiegene Nachfrage kaum noch bewältigen. Zum anderen war bereits im Vorjahr bei der Berufsfeuerwehr eine neue Stelle geschaffen worden, die sich zentral um die Koordination der Brandschutzunterrichte in ganz Krefeld kümmert und entsprechende Unterrichte vorbereitet.

Im Mai 2026 wurde die Homepage des Vereins zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln e. V. in vielen Stunden Arbeit vollständig überarbeitet und technisch auf einen aktuellen Stand gebracht. Gleichzeitig erhielt die Website einen modernen neuen Look.

Parallel dazu wurde die bisher größte Werbekampagne für den Förderverein gestartet. Das Social-Media-Team der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln produzierte mehrere kurze Werbeclips, die nach und nach bis zum Ende des Jahres 2026 veröffentlicht werden und über die Arbeit des Fördervereins sowie bereits getätigte Beschaffungen informieren.